Nachhaltige Arbeits- und Lebenswelten

Inhalte

Die Entwicklung der Arbeitsbedingungen steht im Mittelpunkt dieses Themenbereichs. Aufgrund der Vielfalt von Arbeits- und Lebenswelten (bei anhaltend ungleichen Lebenslagen) kann sich Arbeitsforschung jedoch immer weniger auf unmittelbare Arbeitsprozesse beschränken. Sie muss darüber hinaus Muster der Lebensführung in den Blick nehmen. Nachhaltigkeit meint in diesem Kontext das oftmals schwierige Ausbalancieren von externen Anforderungen, vorhandenen Ressourcen und eigenen Zielen – in und zwischen einzelnen Lebenssphären: z.B. dauerhaft existenzsichernde Einkommen und soziale Absicherung; Anerkennung, Zugehörigkeit und soziale Beziehungen; Sinnhaftigkeit und Handlungsspielräume; Work-Life-Balance, Gesundheit. Die Dynamik und Mobilität innerhalb und außerhalb der Erwerbsarbeit erfordert zudem eine Längsschnittperspektive auf Lebensverläufe und biografische Gestaltungsoptionen.

Projekte im Forschungsfeld "Nachhaltige Arbeits- und Lebenswelten" enthalten im Kern die empirische Untersuchung der Arbeits- und Lebenspraxis unterschiedlicher Erwerbssegmente (z.B. entlang von Berufs- und Bildungsgruppen, Beschäftigungsverhältnissen, Geschlechtern, Alterskohorten, sozialen Milieus, Regionen etc.). Dabei kommt es uns darauf an, subjektiven und kulturell vermittelten Sinnbezügen sowie sozialen Beziehungen gleich hohe Aufmerksamkeit zu widmen wie ökonomischen und politischen Strukturmustern oder technischen Prozessabläufen.

Themen

  • Bedingungen und Folgen von (Erwerbs)Arbeit: (ungleiche) soziale Lagen, Arbeitszeiten, Kompetenzen/Bildungschancen, Partizipation, Belastungen und Gesundheit --> "sozio-ökonomische Basisperspektive"
  • Erwerbsarbeit und Privatleben: Lebensführung, Integration von Anforderungen unterschiedlicher Lebenssphären (Erwerbstätigkeit, Partnerschaft, Familie, Haushalts- und Sorgearbeit, Freizeit) --> "synchrone Perspektive" von Arbeits- und Lebensqualität
  • Erwerbsbiografie im Lebensverlauf, Lebenszyklus/Lebensphasen, Vergleich der Generationen, Lebenslaufgestaltung --> "diachrone Perspektive"
  • Netzwerke und Sozialkapital: insbesondere informelle Sozialbeziehungen in der Erwerbsarbeit/in Organisationen (inkl. Kooperation, Partizipation, Mikropolitik etc.) und im Privatleben, (berufliche) Mobilität und lokale/räumliche Einbindung --> "interaktionistische Perspektive"
  • Arbeits-, Organisations- und Professionskulturen: (neue) Arbeits- und Lebensstile und Vergemeinschaftungsformen, Motivationslagen/Habitus, soziale/räumliche Milieus --> "sozio-kulturelle Perspektive"

Laufende Projekte

Abgeschlossene Projekte