Arbeit, Organisation, Internationalisierung

Inhalte

Erwerbsarbeit erfolgt in modernen Gesellschaften meist in Organisationen. Organisationen stellen Arbeitsplätze bereit, aber sie funktionieren auch als eigene soziale Gebilde, und sie sind ihrerseits Akteure, deren Handeln die Arbeit, die Arbeitsbedingungen, Arbeitsmärkte und wirtschaftlichen Beziehungen allgemein beeinflusst und verändert. Umgekehrt sind sie eingebettet in institutionelle Strukturen, die die Arbeit regulieren.

Wir verstehen Organisationen sowohl als Orte strategischen und interessengeleiteten Handelns als auch als soziale Ordnungen. Als solche wirken sie sich auf die Identität und die Sozialbeziehungen von Personen aus.

Innerhalb der Organisation oder des Betriebs ist die Arbeitsorganisation einem ständigen Wandel unterworfen. In Wechselwirkung mit Technik verändert sich die Gestaltung der Tätigkeiten, der beruflichen und betriebliche Arbeitsteilung, die Formen der Kooperation zwischen den Arbeitskräften und die Steuerung und Überwachung der Leistung durch Vorgesetzte. Organisationen verändern sich auch dadurch, dass sie Produktions- und Dienstleistungsprozesse auslagern, mit anderen Organisationen kooperieren und sich neue Standorte suchen. Eine angemessene sozialwissenschaftliche Sicht auf (Arbeits-)Organisationen bezieht daher veränderte Governancestrukturen, überbetriebliche Wertschöpfungsketten und internationale Vernetzungen ein.

Unterschiedliche nationalstaatliche und institutionelle Rahmenbedingungen prägen betriebliche Strategien und Personalpolitiken. Jedoch wandeln sich diese Kontexte selbst – die Stichworte sind: Flexibilisierung, De- und Re-Regulierung und Europäisierung. Das Wechselspiel zwischen Institutionen und Organisationen und der Wandel beider Seiten ist daher Gegenstand vergleichender Organisationsforschung.

Themen

Wir betrachten die Ebene der Organisation im doppelten Sinn der Arbeitsorganisation und der Organisation als soziales Gebilde als den Ausgangspunkt der Analyse. Unsere Schwerpunkte entsprechen neueren Entwicklungen in der Arbeitswelt:

  • Dienstleistungsarbeit,
  • Projektarbeit und räumlich verteilte Arbeit,
  • Kooperationen entlang von Wertschöpfungsketten,
  • der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien,
  • Arbeitszeiten und Zeitmuster in der Arbeit.

Gegenstände laufender Projekte sind die Umstrukturierung von Wertschöpfungsketten, die Entwicklung neuer Organisationsformen in der Dienstleistungsarbeit und tragen zu international vergleichenden Untersuchungen von Arbeitsbedingungen und dem Wandel von Mitbestimmung in der internationalen Wirtschaft bei.

Abgeschlossene Projekte