Die Metamorphosen des Korporatismus: Vom Klassischen zum schlanken Muster

Franz Traxler

Langfristig lassen sich erhebliche Schwankungen in der Relevanz korporatistischer Steuerung beobachten. Im Anschluss daran stellt sich die Frage, ob dadurch grundlegende Veränderungen im Profil dieses Steuerungstypus ausgelöst wurden. Auf der Grundlage von Daten für 20 OECD Ländern untersucht dieser Aufsatz, inwieweit sich im Zeitraum von 1970 bis 1996 signifikante Veränderungen in der Struktur und Performanz des (Makro)Korporatismus vollzogen. Die Ergebnisse dieser Analyse widersprechen der orthodoxen Auffassung von der überlegenen Stabilität und Performanz "klassischer" (d.h. hochkonzentrierter und -zentralisierter) Strukturen: Nichtklassische ("schlankere") Versionen des Korporatismus haben im Vergleich dazu nicht nur an Verbreitung gewonnen, sondern zeigen darüber hinaus auch keine schlechtere Leistungsbilanz als ihr klassisches Pendant. Der Aufsatz schließt mit einer Diskussion der Konsequenzen, die sich aus diesen Befunden für die Korporatismustheorie ergeben.