Der aktuelle FORBA-Newsletter bietet einen Überblick über unsere Forschungsprojekte und aktuellen Aktivitäten und wir hoffen, dass viel Spannendes für Sie dabei ist.
- Neues Forschungsprojekt
- Neue Forschungsergebnisse
- Eurofound-Publikationen mit FORBA-Beteiligung
- Veranstaltungsankündigungen
- Veranstaltungsrückblick
Neues Forschungsprojekt
Forschungsprojekt zu betrieblichen Strategien des differenzierten Zugangs zu Telearbeit
FORBA hat in einem Ausschreibungsverfahren von Eurofound den Zuschlag zur Durchführung einer Studie zur differenzierten betrieblichen Handhabung von Telearbeit erhalten. Mithilfe von Betriebsfallstudien, die in Österreich und Spanien durchgeführt werden, soll den Fragen nachgegangen werden, welche betrieblichen Strategien der Ermöglichung bzw. Förderung von Telearbeit für unterschiedliche Beschäftigtengruppen entwickelt und verfolgt werden und inwiefern diese Strategien diskriminierende oder segregierende Effekte für bestimmte (benachteiligte) Arbeitnehmer*innengruppen zeitigen. Zudem soll erforscht werden, ob und unter welchen Bedingungen Beschäftigte, die aufgrund der Art ihrer Tätigkeit keinen Zugang zu Telearbeit haben, von ihrem*r Arbeitgeber*in Kompensationsleistungen erhalten. Das Projekt wird in Kooperation mit dem Forschungsinstitut NOTUS mit Sitz in Barcelona durchgeführt. Link
Neue Forschungsergebnisse
Wie gelingt qualifikationsadäquate Beschäftigung von nach Österreich geflüchteten Menschen?
Die Studie untersucht, wie qualifizierten Geflüchteten in Österreich der Einstieg in eine adäquate Beschäftigung gelingt und auf welche Hürden sie treffen. Auf Basis einer Literaturanalyse, qualitativer Interviews mit Expert*innen, 18 Interviews bzw. Fokusgruppengesprächen mit Geflüchteten sowie acht Interviews mit Unternehmenvertreter*innen werden Ursachen der Dequalifizierung analysiert, Good-Practice-Ansätze identifiziert und Handlungsempfehlungen formuliert. Es wird deutlich, dass in Österreich strukturelle Hemmnisse überwiegen, die eine qualifikationsadäquate Arbeitsmarktintegration Geflüchteter systematisch erschweren.
Link zur Studie
Gleichstellung der Geschlechter in Wissenschaft und Forschung
Besonders in den Bereichen Technik- und Naturwissenschaften ist Geschlechtergleichstellung in Österreich noch keine Realität. Welche Rolle dabei sexistische Diskriminierung spielt, wurde in einer Umfrage an der Fakultät für Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen (MWB) der TU Wien von FORBA im Auftrag des Frauennetzwerks femTUme untersucht. Thema waren Diskriminierungserfahrungen und Wahrnehmungen von Einrichtungen und Maßnahmen im Bereich Gleichbehandlung und Gender-Equality an der Fakultät. Die Ergebnisse der Erhebung zeigen einerseits deutliche positive Aspekte hinsichtlich des allgemeinen Wohlbefindens und der Zugehörigkeit zur MWB-Fakultät, andererseits aber klare problematische Befunde zu sexistischer Diskriminierung, Defiziten in der Gleichstellung und genderspezifisch stark divergierenden Erfahrungen an der Fakultät.
Infos zur Studie: Link
Der Bericht zum Download: Link
Studie zu Mitbestimmung im Aufsichtsrat
In einer Studie zu Strukturen und Praktiken der Aufsichtsratsmitbestimmung analysieren Hubert Eichmann und Andreas Schadauer, wie und wie unterschiedlich Belegschaftsvertreter*innen mit einem Mandat im Aufsichtsrat die Mitbestimmung in diesem Gremium erleben, welche Handlungsspielräume sich angesichts von lediglich Drittelparität eröffnen und unter welchen Bedingungen die Arbeit im Aufsichtsrat als wirksam erfahren wird. Sowohl eine Online-Befragung bei 577 Belegschaftsvertreter*innen als auch 18 vertiefende qualitative Interviews liefern den Befund, dass die AR-Mitbestimmung für die große Mehrheit der Betriebsrät*innen einen Mehrwert hat.
Die Studie zum Download: Link
Beitrag zur Studie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Arbeit & Wirtschaft, S. 26-27: Link
Eurofound-Publikationen mit FORBA-Beteiligung
Seit Juni 2026 wurden elf Berichte von Eurofound, veröffentlicht, an denen das Netzwerk europäischer nationaler Korrespondent*innen (Bernadette Allinger und Georg Adam für Österreich) beteiligt war:
Gleich vier Berichte widmeten sich den Themenfeldern Arbeitszeit bzw. flexibles Arbeiten und Telearbeit:
Die Publikation “Comparative analysis of the reduction in working time and the four-day work week in the EU” untersucht die Entwicklung und den aktuellen Stand von Initiativen zur Arbeitszeitverkürzung in den EU-Mitgliedstaaten und Norwegen, mit einem Fokus auf die Vier-Tage-Woche. Link
Der Forschungsbericht „Flexible working and teleworking: The effects on the quality of working time in the EU“ (Link) beleuchtet Veränderungen der Arbeitszeit in der EU seit April 2021 sowie die Rolle von Telearbeit und flexiblen Arbeitsformen.
Die Studie „Working time in the context of flexible working and teleworking: Regulatory updates in the 27 Member States“ (Link) untersucht regulatorische Entwicklungen zu Arbeitszeit, flexibler Arbeit und Digitalisierung zwischen 2021 und 2024. Im Fokus stehen u. a. Telearbeit, Zeiterfassung, das Recht auf Nichterreichbarkeit, Plattformarbeit, und anderes.
Der Bericht zu dem Themenfeld, “Working anytime, anywhere: The quality of working time in the EU” (Link) untersucht flexible Arbeitsmodelle und deren Auswirkungen auf die Qualität der Arbeitszeit, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie die damit verbundenen Regulierungen.
Der Bericht „IT sector in focus: Evolution of the EU’s digital workforce” (Link) beleuchtet Herausforderungen für die digitale Arbeitswelt in Bezug auf Beschäftigung und Arbeitsqualität zur Erreichung der ambitionierten Digitalisierungsziele.
Der Bericht „Employment and working conditions of the most vulnerable workers: Addressing an ongoing policy challenge” (Link) konzeptualisiert Beschäftigungsunsicherheit aus einer multidimensionalen Perspektive. Er analysiert die Verbreitung von Beschäftigungsunsicherheit in der EU von 2009 bis 2021, ihren Zusammenhang mit dem Arbeitsleben und den damit verbundenen gesundheitlichen Folgen – mit spezifischem Fokus auf Frauen, junge Menschen und Migrant*innen.
Weiters wurden die jährlich erscheinenden Berichte „Minimum wages in 2026: Annual review” (Link) sowie „Involvement of employer organisations and trade unions in the European Semester in 2024–2025“ (Link) veröffentlicht. Der erste Beitrag präsentiert die Mindestlohnsätze für 2026 und erläutert deren Festlegung und Anpassung im Jahr 2025. Der zweite Beitrag untersucht die Beteiligung nationaler Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften an verschiedenen Aspekten des Europäischen Semesters 2024/25.
Das Forschungspaper „Mapping green behavioural public policy in the EU” (Link) gibt einen Überblick über die Kapazität und Umsetzung grüner verhaltensorientierter öffentlicher Politik (GBPP).
Außerdem wurden zwei Studien zur Repräsentativität der Sozialpartner (in der Zuckerindustrie und in der Binnenschifffahrt) veröffentlicht. Diese Berichte zielen darauf ab, Informationen zur Unterstützung des sektoralen Sozialdialogs in den jeweiligen Branchen bereitzustellen.
Mehr Infos zur Studie über die Zuckerindustrie: Link
Mehr Infos zur Studie über die Binnenschifffahrt: Link
Veranstaltungsankündigungen
FORBA-Fachgespräch zu Herausforderungen von hybridem Arbeiten in Post-Covid-Zeiten
1. Oktober 2026, 17:00 Uhr, FORBA, Aspernbrückengasse 4/5, Mezzanin, Seminarraum
Beschränkte Teilnehmer*innenzahl – um Anmeldung an office@forba.at wird gebeten.
Hajo Holst (Uni Osnabrück):
Hybrides Arbeiten und neue Ansprüche hochqualifizierter Angestellter
In vielen Unternehmen ist die in der Covid-19-Pandemie entstandene Homeoffice-Euphorie verflogen. Unter Managementvertreter*innen macht sich die Sorge breit, hybrides Arbeiten könnte sich auf Dauer negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit und die Kohäsion des Betriebs auswirken. Allerdings kollidiert die moralisierende Managementkritik am „zu weit getriebenen“ Homeoffice mit den post-pandemischen Arbeitsansprüchen vor allem hochqualifizierter Angestellter. Der Vortrag plädiert für eine Arbeitsgestaltung, die die real existierenden Nebenfolgen des hybriden Arbeitens ernst nimmt, dabei aber auch die neuen Angestelltenansprüche berücksichtigt.
Georg Adam (FORBA):
Österreichspezifische Ergebnisse des europäischen TWING-Projekts
Georg Adam präsentiert im Anschluss an den Vortrag von Hajo Holst die wichtigsten österreichspezifischen Ergebnisse des EU-Projekts TWING, welches die Bedeutung des sozialen Dialogs bzw. von Kollektivvertragsverhandlungen für die Gestaltung von Telearbeit in vier unterschiedlichen Branchen in Österreich und fünf anderen EU-Ländern untersuchte.
Vorankündigung zweier weiterer Fachgespräche – nähere Infos folgen:
Präsentation der Ergebnisse der Studie „Wie gelingt die qualifikationsadäquate Beschäftigung von nach Österreich geflüchteten Menschen“
9. November 2026, 17:00 Uhr, FORBA-Seminarraum
Link zur Studie, die von der AK Wien in Auftrag gegeben wurde.
Präsentation der Ergebnisse der Studie „Frauen im Aufsichtsrat“
2. Dezember 2026, 17:00 Uhr, FORBA-Seminarraum
Studie im Auftrag des BMFWF (im Erscheinen)
Wer trägt den sozialen und ökologischen Umbau? Diskussion zu Transformationskonflikten und Perspektiven progressiver Wirtschafts- und Umweltpolitik
29. September 2026, 18:00 – 19:30 Uhr, FAKTory, Universitätsstraße 9, 1010 Wien
Veranstaltung in Kooperation mit der AK Wien
Die Veranstaltung greift das normative Konzept einer arbeitnehmer*innenorientierten Transformationspolitik auf und erweitert es um die Perspektive konkreter Konfliktlinien, Aushandlungsprozesse und Erwartungen. Damit trägt die Diskussion zu einem besseren Verständnis dafür bei, unter welchen Bedingungen eine progressive Wirtschafts- und Umweltpolitik gesellschaftliche Unterstützung finden und politisch durchgesetzt werden kann.
Infos und Anmeldung: Link
Präsentation von Forschungsergebnissen zur Situation von Autorinnen beim EU-Symposium & Literaturfestival „störfeuer“
Eine Veranstaltung der #igfem, 1. – 3. Oktober 2026
Bezirksamt Margareten, Schönbrunner Straße 54, 1050 Wien
Am 2. Oktober 2026 (ca. 15:00 – 18:00 Uhr) präsentiert FORBA zentrale Forschungsergebnisse, die im Rahmen des Projektes „Diskriminierung von Frauen im österreichischen Literaturbetrieb“ erhoben wurden. Im Fokus stehen Arbeitsbedingungen, Einkommensstrukturen, Sichtbarkeit und strukturelle Ungleichheiten im literarischen Feld. Ergänzend wird ein Action Plan vorgestellt: konkrete Vorschläge und Handlungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Situation von Autorinnen. Die Präsentation mündet in eine offene Diskussion mit Expertinnen und dem Publikum.
Frauenorientierte Pensionsworkshops
Mit Pensionswissen die Handlungsmöglichkeiten von Frauen erweitern
Das Pensionsvermögen in Form von Pensionsansprüchen ist für viele Menschen das größte finanzielle Vermögen, das sie im Laufe ihres Lebens aufbauen. Die Höhe dieses Vermögens hängt auch davon ab, wieviel sie über das österreichische Pensionssystem wissen. Eine niederschwellige Möglichkeit, sich dieses Wissen anzueignen, bietet das frauenorientierte Informationsangebot der FORBA-Pensionsexpertin Ingrid Mairhuber.
Nähere Infos sowie Termine für die nächsten Workshops finden Sie hier.
Veranstaltungsrückblick
Was bewirkt die Aufsichtsratsmitbestimmung?
Ausgangsbasis einer gut besuchten AK-Veranstaltung am 8. September 2026 im AK Bildungsgebäude in Wien war eine FORBA-Studie (siehe oben), an der knapp 600 Betriebsratsmitglieder mit Aufsichtsratsfunktion teilgenommen haben. Die Ergebnisse dieser Studie und weitere Forschungsergebnisse zur Aufsichtsratsmitbestimmung sowie Inputs von Praxisexpert*innen aus Betrieben wurden breit diskutiert. Fazit: Aufsichtsratsmitbestimmung hat einen klaren Mehrwert, ist aber zugleich aufwändig. Link
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