Postwachstums-Organisationen – zukunftsfähige kollaborative Arbeitsmodelle in Wien

Duration: 06/2019 - 05/2020
Status: ongoing
Research area: Nachhaltige Arbeits- und Lebenswelten, Arbeit und Organisation
Key project staff: Hubert Eichmann, Georg Adam, Bettina Stadler
Funded by: Stadt Wien, MA7

In dieser explorativen Studie werden Fallstudien zu innovativen und kollaborativen Arbeits- und Organisationsmodellen analysiert, die sich unter dem breit gefassten Begriff „Postwachstumsorganisationen“ zusammenfassen lassen. Darunter werden tendenziell kleinere Organisationen sowie Initiativen verstanden, die sich nicht vorrangig an Wachstumsimperativen orientieren und in denen interessante, oft wenig beachtete Innovationen praktiziert werden (z.B. Genossenschaftsmodelle, Sharing Economy, Coworking, Arbeitszeitinnovationen u.a.m.).

Der Fokus ist einerseits auf (typische) Herausforderungen, andererseits auf tragfähige und übertragbare organisatorische Lösungsansätze gerichtet; dies vor dem Hintergrund u.a. folgender Entwicklungen: (1) Digitalisierung könnte in Zukunft mehr Jobs vernichten als schaffen, doch werden dadurch zugleich ungeahnte Vernetzungspotenziale ermöglicht (z.B. Sharing-Initiativen über Internet). (2) Sollte zutreffen, dass Digitalisierung und Automatisierung tendenziell zu Jobverlusten führen, sind vermehrt alternative und resiliente Infrastrukturen im Sinn einer „Komplementärökonomie“ zu entwickeln, um neue Tätigkeitsräume zu schaffen, die zugleich soziale Einbindung ermöglichen. (3) Generelle Leitperspektiven sind z.B. innovative Arbeitszeitmodelle mit zeitgerechten Geschlechterrollen bzw. -verteilungen. (4) Gegenüber einer einseitigen Perspektive auf Prekarisierung können kooperative Organisationsformen als Auffangnetze etwa für Kleinstbetriebe fungieren (z.B. Zusammenschluss von Selbständigen in Genossenschaften). (5) Partizipation und Inklusion von sozial benachteiligten Gruppen („Diversity“) sind gerade in den hier zu analysierenden Feldern zu hinterfragen: Inwiefern sind in solchen Modellen auch Personen aus Milieus außerhalb der Mittelschichten bzw. MigrantInnen oder Ältere involviert? (5) Nachhaltiges Wirtschaften ist für jede Organisation relevant, doch sind ökonomische Ziele zugleich in soziale (sowohl im Binnenverhältnis als auch in Bezug auf die lokale Ökonomie) und ggf. in ökologische Zielsetzungen einzubetten.