Donnerstag, 23. September 2021, 17:00 – 18:30 Uhr

Dieses FORBA-Fachgespräch wird über die Plattform Zoom abgehalten.
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Die zentrale Rolle bestimmter Berufe für die Aufrechterhaltung lebenswichtiger Dienstleistungen rückte im Zuge der Covid-19-Pandemie verstärkt ins Bewusstsein von Politik und Bevölkerung. Oft standen dabei medizinische Berufe im Zentrum. Doch auch weniger mit gesellschaftlicher Anerkennung bedachte Beschäftigte in der Reinigung und im Einzelhandel leisten durchgehend systemerhaltende Arbeit. Beide Branchen sind durch überwiegend weibliche Beschäftigte, einen hohen Anteil an Teilzeitbeschäftigung und wechselnde, immer wieder atypische Arbeitszeiten gekennzeichnet. Diese Faktoren bilden eine belastende Mischung.
Im Rahmen des Fachgesprächs möchten wir aktuelle Forschungsergebnisse aus der Reinigung und dem Einzelhandel zusammenführen und diskutieren, was uns die große Krise der Pandemie für eine nachhaltige Verbesserung der Bedingungen von systemrelevanter, hauptsächlich von Frauen und vielfach von Migrant*innen geleisteter Arbeit lehren kann.

Programm

Karin Sardadvar:

Ambivalente (Un-)Sichtbarkeit: Arbeitsbedingungen von Reinigungskräften und die Covid-19-Pandemie

Reinigungsarbeit ist unverzichtbar für das Funktionieren von Gesellschaft und Wirtschaft. Ihre Bedeutung ist durch die Corona-Pandemie etwas stärker in den Vordergrund getreten, da sie zudem mit aktuellen Themen wie Hygiene und Desinfektion verbunden ist. Gleichzeitig verbleibt Reinigungsarbeit weitgehend unsichtbare Arbeit. Oft wird sie ungesehen zu Tagesrandzeiten erledigt; anerkannt wird sie wenig. Hat die Covid-19-Pandemie an der Sichtbarkeit von Reinigungsarbeit etwas verändert? Und welche zusätzlichen Herausforderungen für die Beschäftigten hat die Coronakrise mit sich gebracht? Basierend auf qualitativer empirischer Forschung zum Thema diskutiert dieser Beitrag Aspekte der (Un-)Sichtbarkeit und Arbeitsbedingungen in der gewerblichen Reinigungsarbeit vor dem Hintergrund der Pandemie (Projekt SPLITWORK, Austrian Science Fund FWF: V-598).

Annika Schönauer, Bettina Stadler:

„Wir waren da, wir haben durchgebissen.“ Einblicke in die Arbeits- und Lebenssituation von Beschäftigten im Handel vor und während der Covid-19-Pandemie

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Arbeits- und Lebenssituation von Beschäftigten im Einzelhandel vor dem Hintergrund der Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie. Im Zuge des Lockdowns ab 16. März 2020 waren die als systemerhaltend eingestuften Handelsbetriebe (vorübergehend) mit stark gestiegener Nachfrage von Kund*innen konfrontiert. Andere Bereiche des Einzelhandels mussten für Kund*innen geschlossen halten. Der Beitrag thematisiert, mit welchen Herausforderungen sowohl im privaten als auch im beruflichen Leben Arbeitnehmer*innen im Einzelhandel vor und während der Covid-19-Pandemie konfrontiert waren und sind. Basis ist ein von der Frauenabteilung der Arbeiterkammer Niederösterreich gefördertes Projekt.

Die Vortragenden

Karin Sardadvar ist Post-doc-Wissenschafterin am Institut für Soziologie und Empirische Sozialforschung an der Wirtschaftsuniversität Wien im Rahmen des Elise-Richter-Programms des Wissenschaftsfonds FWF. Sie forscht u.a. zu den Themen Arbeit und Geschlecht sowie zu den Arbeitsbedingungen in Dienstleistungsbranchen wie Reinigung und Pflege.
Annika Schönauer ist Arbeitssoziologin und seit September für die ÖSB Studien & Beratung tätig, davor war sie Senior Researcherin bei der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitsweilt (FORBA). Sie arbeitet zu den Themen Arbeitsmarkt, Bildung, Qualität und Zukunft der Arbeit.
Bettina Stadler ist Senior Researcherin bei der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA) in Wien und seit 2019 Mitglied des Leitungsteams von FORBA. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Arbeit, Arbeitszeit und dabei besonders neue Formen der Gestaltung von Arbeitszeiten, Gender, sozialer Dialog und Mitbestimmung.

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